Am 30. September 2026 leitete Peter Schreiner einen Online-Workshop des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) zur Verlängerung der A- und Pro-Lizenz. Im Mittelpunkt stand das Thema „Beidfüßigkeit im Fußball: Zwei unterschiedliche Konzepte – vom quantitativen Verständnis zur situationsgerechten Handlungskompetenz.“ Bericht BDFL Workshop Peter Sch…
Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie häufig Spieler ihren schwächeren Fuß einsetzen. Peter Schreiner stellte vielmehr den Gedanken der funktionalen Beidfüßigkeit in den Mittelpunkt: In jeder Spielsituation soll der Spieler in der Lage sein, den technisch und taktisch optimalen Fuß effektiv einzusetzen.

Funktionale Beidfüßigkeit: Mehr als nur beide Füße benutzen
Ein zentraler Punkt des Workshops war die Unterscheidung zwischen einem quantitativen Verständnis von Beidfüßigkeit und einer situationsgerechten Handlungskompetenz.
Funktionale Beidfüßigkeit bedeutet demnach nicht, beide Füße möglichst gleich häufig einzusetzen. Entscheidend ist vielmehr die Qualität der Handlung und die Fähigkeit des Spielers, in einer konkreten Spielsituation die passende Lösung zu finden.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
- situationsadäquate Entscheidung für den passenden Fuß
- Integration von Wahrnehmung, Entscheidung und Technik
- effektives Handeln unter Zeit- und Gegnerdruck
- Qualität der Handlung statt einer reinen Gleichverteilung
Gerade im Fußball entstehen Situationen häufig unter hohem Zeit- und Gegnerdruck. Der Spieler muss wahrnehmen, entscheiden und anschließend technisch sauber handeln. Die Wahl des Fußes ist dabei ein Bestandteil dieser gesamten Handlungskette.
Wahrnehmen, entscheiden und technisch handeln
Ein weiterer Schwerpunkt lag deshalb auf der Verbindung von Wahrnehmung, Entscheidung und Technik.
Beidfüßigkeit wird dabei nicht isoliert betrachtet. Vielmehr soll sie in Spielsituationen dazu beitragen, dass Spieler unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten haben und die für die jeweilige Situation passende Lösung auswählen können.
Das lässt sich beispielsweise beim Passspiel oder Torabschluss beobachten: Nicht immer ist der vermeintlich stärkere Fuß automatisch die beste Lösung. Entscheidend sind unter anderem die Position des Spielers, die Spielsituation, der Gegnerdruck und die verfügbare Zeit.

Praxisnahe Beispiele und Spielszenen
Um die unterschiedlichen Konzepte anschaulich zu machen, arbeitete Peter Schreiner im Workshop mit konkreten Spielszenen und Praxisbeispielen.
Eine der gezeigten Szenen beschäftigte sich beispielsweise mit einer Torabschluss-Situation aus dem internationalen Spitzenfußball. Anhand solcher Spielsituationen lässt sich verdeutlichen, wie wichtig die situationsgerechte Wahl des Fußes für eine erfolgreiche technische Handlung sein kann.
Auch Trainingsbeispiele wurden genutzt, um den Transfer auf die tägliche Arbeit auf dem Platz herzustellen.
Qualität der Handlung statt Gleichverteilung
Eine wichtige Botschaft des Workshops lautete dabei: Nicht die möglichst gleichmäßige Nutzung beider Füße ist das eigentliche Ziel, sondern die Qualität der Handlung.
Ein Spieler soll seinen weniger bevorzugten Fuß durchaus gezielt entwickeln. Gleichzeitig muss die Ausbildung aber immer mit den Anforderungen des Spiels verbunden bleiben.
Damit verschiebt sich der Blick von der reinen Frage
„Wie oft benutzt der Spieler den linken und wie oft den rechten Fuß?“
hin zu:
„Welcher Fuß ermöglicht in dieser Situation die beste Lösung?“
Genau dieser Perspektivwechsel stand im Mittelpunkt des Workshops.

Positive Rückmeldungen der Teilnehmer
Die praxisnahe Ausrichtung des Workshops wurde von den Teilnehmern positiv aufgenommen.
Markus, Football Academy | Head of Culture & Football Development, bedankte sich für den gelungenen Vortrag und Workshop und hob hervor, dass er erneut neue Impulse mitnehmen konnte. Bericht BDFL Workshop Peter Sch…
Auch Vural betonte die Praxisnähe der Fortbildung und die zahlreichen Ideen für die praktische Arbeit. Bericht BDFL Workshop Peter Sch…
Marc-Christopher, DFB-Stützpunkt Bad Soden, hob insbesondere die praxisnahen Beispiele in Form von Videos und Trainingseinheiten hervor, die für seine Arbeit hilfreich waren. Bericht BDFL Workshop Peter Sch…
Von der Beidfüßigkeit zur Handlungskompetenz
Der BDFL-Workshop machte deutlich, dass Beidfüßigkeit im modernen Fußball mehr sein kann als das bloße Trainieren eines schwächeren Fußes.
Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit des Spielers, Wahrnehmung, Entscheidung und technische Ausführung miteinander zu verbinden und unter Zeit- und Gegnerdruck die passende Lösung zu finden.
Damit wird Beidfüßigkeit zu einem Bestandteil einer umfassenderen situationsgerechten Handlungskompetenz – und zu einem Thema, das sich direkt mit der praktischen Trainingsarbeit verbinden lässt.
Peter Schreiner zeigte in seinem Workshop, wie dieser Perspektivwechsel von der quantitativen Betrachtung der Beidfüßigkeit hin zur funktionalen und situationsgerechten Anwendung im Fußball aussehen kann.

